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Heute hat schlussendlich mein alter SonntagsReport-Kugelschreiber seinen Dienst quittiert. Fast fünfzehn Jahre nach meinem Ausscheiden aus der Redaktion dieses kleinen ostfriesischen Wochenblatts.

Sonntagsreportkuli
Nicht, dass ich ihn in den vergangenen Jahren allzu häufig benutzt hätte. Er versah zuletzt seinen Gnadendienst in meiner Küche, verweilte dort geduldig bis zu seinen kurzfristig angesetzten Einsätzen in seiner „Ich-brauche-eben-schnell-was-zum-Schreiben“-Dose. Interessanterweise teilte er diese Unterkunft lange mit einem meiner letzten Rheiderland-Zeitung-Notizblöcke, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Hauptaufgaben des verdienten alten Kugelschreibers bestanden in seinen letzten Jahren überwiegend darin, spontane Notizen bei Telefongesprächen zu erstellen, gelegentlich Briefumschläge mit Adressen zu versehen und vor allem meine regelmäßigen krachenden Niederlagen beim Kniffel fein säuberlich festzuhalten. Für Glückwunschkarten oder handgeschriebene Nachrichten war jedoch nicht mehr gut genug. War es vielleicht nie gewesen.

Bei aller Nostalgie und der angemessenen Erherbietung muss man aber auch sagen: Er stand nie in der ersten Reihe. Er war ein bisschen wie ein Fußballprofi, der zeitlebens bei ein und demselben mittelmäßigen Club spielt, es dabei aber niemals schafft, einen Stammplatz in der ersten Elf zu ergattern und trotzdem als zuverlässiger Mitspieler geschätzt und von den Fans geliebt wird. Einer, der immer zur Stelle war, wenn man ihn brauchte.

Denn schon zu Zeiten in der Redaktion hatte ich andere Favoriten, wenn es ans Notieren ging. Aber wenn die jeweilige Stammkraft nicht zugegen war, da half der SonntagsReport-Kugelschreiber mir aus. Ich bin mir zum Beispiel ziemlich sicher, dass er bei diesem Ortstermin aktiv dabei war.

Nach meinem Wechsel zu anderen Medien konnte ich ihn natürlich nicht mehr offen einsetzen. Erst, nachdem ich zurück an der Uni war, fand er gelegentlich wieder seinen Weg von der Ersatzbank in der Federtasche ins Licht Öffentlichkeit. Aber irgendwann nach meinem letzten Umzug entschied ich schließlich, ihm das ewige Herumreisen zu ersparen und ich platzierte ihn in meiner Küche. Doch auch dieser Tätigkeit ist er nun nicht mehr gewachsen. Wer will es ihm verübeln, nach all den Jahren.

Vielen Dank, lieber SonntagsReport-Kugelschreiber. Ich habe dich schon ersetzt.

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Kieler-Woche-Zeit ist Bekloppte-Bemerkungen-Belauschen-Zeit.

Heute: „Ellen! Ellen! Ellen! Ellen! Ach, das ist ja gar nicht Ellen. Steve! Steve! Steve! Steve!“

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Kieler-Woche-Zeit ist Bekloppte-Bemerkungen-Belauschen-Zeit. 

Heute: „Nee, hier kaufe ich keine Hotdogs! Bei Ikea sind die fuffzich Zent billiger!“ 

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Logik ist ja nichts Absolutes oder Feststehendes, wie wir ja alle wissen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass es ganz viele verschiedene Sorten von Logik gibt, die aber ausnahmslos unwiderlegbar sind. Prominente Beispiele sind Diätlogik („Ein geschnittener Kuchen hat weniger Kalorien als ein ganzer Kuchen“), Studentenlogik („Wenn ich mich einfach nicht beim Dozenten melde, dann ist er Schuld an allem und ich kriege den Schein geschenkt“), Reichsbürgerlogik („Hab ich auf YouTube gesehen, ist also die Wahrheit“), Autofahrerlogik („Hier ist Platz, also darf ich hier parken“), Fahrradfahrerlogik („Wenn es dunkel ist und mein Licht nicht geht, darf ich auf der falschen Straßenseite auf dem Fußweg fahren, sofern ich mindestens 30 km/h drauf habe“), Fußgängerlogik („Wenn ich zu Fuß gehe, haben immer die anderen Schuld“), Nachbarlogik („Da der Typ von unter mir ja nachts eh schläft, hört er die laute Musik dann ja nicht“), Türsteherlogik („Du kommst nicht rein, weil das ist so“), Karnevalslogik („Ich habe eine rote Pappnase im Gesicht, also bin ich lustig“) und so weiter und so fort.

Was wir aber alle kennen, das ist die Alkohollogik. Und da habe ich jüngst wieder etwas Wichtiges gelernt:

A: „Was ist den los? Letztes mal warst du nach zwei Gin Tonic vollkommen betrunken und heute merkt man dir überhaupt nichts an. Wie kommt das denn?“
B: „Heute hatte ich vorher einen Liter Bier als Grundlage.“

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Das Internet des Dorfes. Hier wird noch Klartext geredet und respektvoll miteinander umgegangen. Und immer geht es um wichtige Themen. Themen, die die Menschen bewegen.

Killer Pilze und Tokyo Hotel

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Habe mal wieder was Schönes geträumt, dass mein Innerstes nicht allzu sehr entblöt und daher mitteilungsggeignet ist. Und auch ein schönes Beispiel dafür, dass man doch ne Menge von dem, was einen über den Tag so beschalllt, mit in den Schlaf mit.

Und zwar ging es im Traum um den Junggesellenabschied in Berlin, wo ich neulich war, bzw. um eine sehr ähnliche Veranstaltung, bei der ich eben NICHT zugegen war. Aber die Jungs wollten mich trotzdem gerne daran teilhaben lassen und riefen mich wiederholt und mit steigendem Alkoholpegel über Skype an.

Der Clou war, dass es für mich einen Ersatzmann gab. Einer von der Truppe, der in Berlin wohnt und nicht nur zu Besuch war, brachte einen Saufkumpel mit. Und dieser Saufkumpel, der hatte lustigerweise eine ungeheure Ähnlichkeit mit Lukas Podolski. Und der zunehmend besoffener werdende Mob machte sich da einen unheimlichen Spaß draus, in den Skypeanrufen so zu tun, als sei das tatsächlich Lukas Podolski. Zu allem Überfluss wurde er konsequent „Freund Poldi“ genannt. Das klang dann so ein bisschen wie „Bruder Ralf“.

Jedenfalls kamen dann ständig Videoanrufe, in denen „Freund Poldi“ irgendwas wichtiges zu sagen hatte. Oder in denen man mir mitteilte, man müsse noch eben warten, bis „Freund Poldi“ aus dem Späti an der Ecke von seinem Vetter ne Pulle schwarzgebrannten Schnaps geholt hat.  Oder in dem man live mitansehen konnte, wie die Truppe aus dem Laser-Game rausflog, weil „Freund Poldi“ anstelle des Lasergewehrs eine Steinschleuder benutzte. Oder wo „Freund Poldi“ als katholischer Pfarrer verkleidet den bereits vor Alkohol besinnungslosen Bräutigam mit der Tochter eines örtlichen saudi-arabischen Fischbudenbesitzers vermählte. Und dergleichen. „Freund Poldi“ war jedenfalls sehr aktiv.

Im Traum war mir es aus irgendeinem Grund vollkommen klar, dass „Freund Poldi“ nicht der echte Lukas Podolski war. Deswegen riss mich das alles nicht so vom Hocker. Ein anderer Kumpel aus Ostfriesland hingegen, der ebenfalls nicht dabei war und mit mir die Videoanrufe verfolgte, der hatte das nicht auf dem Schirm. Zunächst war er begeistert: „Geil, die saufen mit Lukas Podolski.“ Dann überwog das Selbstmitleid: „Die saufen mit Lukas Podolski und ich bin nicht dabei!“ Nach und nach nahm dann aber die Missbilligung des Gesehenen zu: „Der ist doch ein Vorbild für so viele junge Menschen, der sollte doch sowas nicht machen.“

Das letzte, an das ich mich aus diesem Traum erinnere, ist der zutiefst empörte Kumpel, der ob der über Skype mitverfolgten Geschehnisse etwas unternehmen wollte und versuchte, den Bundestrainer anzurufen…

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Im tiefsten Brandenburg. Temmo und die Berliner Rasselbande sind am Boßeln. Ein Auto hält an, die Scheibe wird heruntergelassen und die Fahrerin fragt: „He, wat is’n dit für ne Fahne?“ Temmo antwortet: „Das ist die Flagge von Ostfriesland.“ Da sagt die Frau: „Ah, Ossis.“ Und fährt weiter.

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Wie man es macht, man macht es sowieso falsch. Auf der Arbeit werfen se mir noch vor, dass ich das Maul zu weit aufreiße, aber meine Zahnmedizinstudentinnen beklagen sich dann über meinen zu kleinen Mund.

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Habe in der Bibliothek eine gebrauchte Teetasse in einem Bücherregal entdeckt. Ich wäre zutiefst empört, wenn ich sie nicht selber vor ein paar Wochen dort vergessen hätte.

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Hallihallohalulala. Hier kommt nun endlich das diesjährige Silvester-Orakel für die treuen Leser. Bestimmt wieder jemanden vergessen, aber das gehört dazu.

Nachdem ich mich in den letzten Jahren doch sehr verausgabt habe, dachte ich mir heuer, dass es vielleicht einfach mal wieder der alte Klassiker sein darf: Bleigießen. Das bedarf also keiner großen Erläuterung. Ich habe also für jeden von euch gegossen und begutachtet und auch noch einen Deutungversuch obendrauf gelegt. Kostenlos.

Gießerei is the Message

Aber vielleicht weiß der eine oder andere ja sogar besser, was die gegossene Figur für ihn bedeutet. So oder so, alles wird gut. Ich wünsche euch ein geiles Jahr 2017. [Den gesamten Eintrag lesen…]

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Kleines Kind im Supermarkt trottete geistesabwesend seinen Eltern hinterher und murmelte versonnen: „Schnapsschnapsschnapsschnapsschnaps…“