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2021 wird besser? Bisher keine Anzeichen dafür. Aus dem Johanniter-Krankenwagen schallt laut „Another One Bites the Dust“.

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Moin zusammen.

Das Jahr ist fast durch, wir haben es vollbracht. Entsprechend ist es Zeit für Termos großes Silvester-Orakel. Aber ach ach, das Jahr war schwierig und Termo ist müde. Er musste sich also was einfallen lassen, um sich nicht feinstofflich, astralprojektorisch und metaphysisch zu überanstrengen. Da erinnerte er sich – also ich mich – an eine Orakelquelle, die ich vor einigen Jahren bereits einmal anwendete: Zeitungsschlagzeilen.

Das A&O (bzw das Ter&Mo) beim Jahresendorakel ist das das Korpus, in dem die auszulesenden kosmischen Kräfte zunächst gesammelt und gebündelt werden müssen, bevor sie ausgelesen werden können. Hier greife ich heuer wieder auf die Technik zurück, die als „die unbewusste Pythia“ in den Lehrwerken zu finden ist und in der einen oder anderen Ausprägung sehr häufig verwendet wird. Das Korpus wurde also nicht gezielt von mir zusammengestellt, sondern entwickelte sich im Laufe des Jahres automatisch.

Und das kam so: Mein Vater begann im Frühjahr damit, mich mit Zeitungsartikeln zu versorgen, von denen er glaubte, dass sie für mich interessant seien. Diese entstammen den diversen Tages- und Wochenzeitungen, die er bezieht, sowie einigen damit verbundenen Beilagen. So entstand aufgrund meiner unterbewussten kosmischen Pull-Kräfte eine Sammlung von Texten und zugehörigen Überschriften. Es ist übers Jahr eine ganz köstliiche Mischung zusammengekekommen. Die Artikel behandeln vor allem Heimatkundliches sowie Themen aus dem Bildungs- und Kulturbereich, gelegentlich dazu Gesundheit, Tagesgeschehen und Service.

Für das eigentlich Orakel habe ich dann für jeden von Euch zwei Artikelüberschriften nach kosmischer Fügung zusammengesetzt, die dann einen Orakelspruch ergeben. Den lasse ich hier jetzt einfachmal so nackt stehen, ihr wisst schon am besten, was das Ganze für Euch bedeutet. Falls Deutungshilfe gewünscht ist, wisst ihr ja, wie ihr mich erreicht.

Auch jenseits vom Orakel ist das übrigens sehr interessant. Ich meine eine Faustregel entdeckt zu haben, die in etwa lautet: Je kürzer die Überschrift, umso feuilletonístischer der Artikel.

Aber genug gequatscht. Ich wünsche Euch einen guten Übergang und ein tolles 2021. Hollt jo munter!

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Man guckt ja viel aus dem Fenster in diesen Zeiten. Da lernt man dann auch viel über aktuelle Trends. Der neueste Shit ist offenbar, gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung rückwärte durch Einbahnstraßen zu fahren. Da schwimmt man gegen den Strom, kann aber trotzdem schnell abhauen.

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Die Jugend wird auch immer verrohter. Kommen mir gerade auf der Straße zwei junge Mädchen entgegen, vielleicht 9 oder 10 Jahre alt. Sagt die eine: „Komm, was ist das? Dativ oder Akkativ?“ Die andere Antwortet etwas weinerlich: „Ich weiß nicht. Ich kann das nicht so gut mit Sprache. “ Wird die andere wütend und ruft: „Ich hau dich gleich! Das ist Akkusativ!“

Das sind Methoden heutzutage. Bestimmt „Peer Learning“ oder sowas. Für den einen oder anderen war das Home Schooling vielleicht doch ganz angenehm.

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Alle paar Jahre gerate ich ja unrühmlich mit irgendeiner einer alten Frau an einer Bushaltestelle aneinander. Vielleicht ist das der letzte Rest eines langsam verschwindenden, tausende Jahre alten Fluchs, der auf meiner Familie liegt. Wer weiß. Jedenfalls lief ich dieser Tage am frühen Abend durch die Gegend und kam dabei an einer Bushaltestelle vorbei, die ich nicht einmal plante, in Anspruch zu nehmen. Ich trug einen Mund-Nase-Schutz, wie man das heutzutage ja so macht.

An besagter Bushaltestelle stand eine säuerlich dreinblickende ältere Dame, wartete offenbar auf einen Bus. Die Frau trug keinen Mund-Nase-Schutz. Sie wurde meiner gewahr. Warum auch immer sie sich gerade mich erwählte, um ihrer offensichtlich schlechten Laune Luft zu machen, ist unklar, aber vielleicht lag es an meiner Maske. Oder halt am Fluch.

Jedenfalls raunzte sie mich – mit so weit nach unten gezogenen Mundwinkeln, wie ich es seit Jahren nicht mehr gesehen habe – unvermittelt an: „Junger Mann, nun setzen Sie doch die Maske ab, damit man sich nicht so erschreckt!“ Ich antwortete (wie leider so häufig ohne Impulskontrolle): „Setzen SIE doch bitte eine Maske auf, damit man sich nicht so erschreckt!“

Es wurde nicht goutiert.

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Neunzehn. Das ist ja kein richtiges Alter. Das ist so dazwischen. Nix halbes, nicht fleisches. Auch für son Weblog. Nee, da muss mindestens noch ein Jahr bei. Oder besser noch zwei. Damit es auch in den Vereinigten Staaten saufen kann. Wenn es die dann noch gibt.

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Manchmal haben ja auch die Süddeutschen ganz schöne Wörter. Ich mag zum Beispiel das Wort „strunzen“ sehr gerne. Je nach Gegend und Zusammenhang soll es „pissen“ oder sowas wie „angeben“ oder „prahlen“.

„Da war er dann ziemlich am rumstrunzen.“ Klingt sehr gut, finde ich.

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Läuft Termo so samstagabends an ’nem Studentenverbindungshaus vorbei, wird da doch tatsächlich lautstark und emotional bei offenem Fenster diskutiert und erregt gestritten. Und zwar darüber, ob es sich lohnt, ne Rolex zu kaufen oder nicht.

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Ein interessanter Effekt der Corona-Isolation ist ja auch, dass viele Leute ihre musikalische Ader entdecken oder sie einfach ungenierter rauslassen. Mein Hauptquell von Unterhaltung und menschlichem Kontakt war in den vergangenen zwei Monaten der Innenhof. Hier gab es viel Laute Musik aus der Konserve, aber auch Klavierspiel, dilettantische Flötenübugen, wiederholtes Dauersingen von „I will always love you“ und nicht zuletzt Kinder, die im Hof inbrünstig „Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne“ zum Besten geben.

Bei euch nicht?

Höhepunkt war die Party auf dem Nachbarbalkon gestern, wo bevorzugt Onkelz, Torfrock und Santiano aus den Lautsprechern kam, mitgegrölt wurde aber vor allem zu Schlagern aus den 70ern und 80ern. Geht das als Symptom durch? Verlust des Musikgeschmacks, analog zum Verlust des Geruchsinns?

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Zwischenerkenntnisse der Corona-Selbstisolation:

  • Da „Aus dem Fenster gucken“ zu einer meiner Lieblingsbeschäftigung geworden ist, durfte ich feststellen, dass in meiner kleinen Nebenstraße ordentlich Betrieb herrscht. Ob dies der aktuellen Situation geschuldet ist oder ob zum Beispiel auch schon zuvor so viele Autos die Einbahnstraße in die falsche Richtung befuhren, kann ich aufgrund mangelnder Vergleichsuntersuchungen nicht sagen.
  • Die Nachbarschaft ist sexuell enthemmt.
  • Meine Aufmerksamkeitsspanne reicht nicht aus, um beim Händewaschen bis 30 zu zählen. Eine grobe Schätzung muss reichen.
  • Die Nachbarschaft ist sportlich enthemmt.
  • Ich habe noch kein neues Instrument gelernt.
  • Die Nachbarschaft ist telefonisch enthemmt.
  • Für sich einkaufen lassen ist bequem, aber wenn man – wie üblich – was vergessen hat auf die Einkaufsliste zu schreiben, traut man sich nicht, die helfende Person nochmal loszujagen, so wie man sich selbst nochmal losgejagt hätte.
  • Die Nachbarschaft ist alkoholisch enthemmt.
  • Meine nächtlichen Spaziergänge haben enthüllt, dass der Rebellionsgeist der gegenwärtigen Jugend sich darin entfaltet, dass sie sich nachts zu dritt an eine Straßenecke stellen und übers Smartphone Musik hören.

Und so weiter.

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Der freundliche medizinische Hilfsmensch attestierte mir heute morgen beim Blutabnehmen etwas schwärmerisch eine „traumhafte Vene“. Man muss in diesen Zeiten die Komplimente nehmen wie sie kommen.

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Mutter erzählte heute, dass ihr als Kind immer gesagt wurde: „Iss nich so viel Senf, Senf macht dumm!“

So viel zum Thema, dass das traditionelle Wissen der älteren Generationen viel Weisheit enthält und auf gar keinen Fall verloren gehen darf.

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Meine aktuellen Zahnarztstudenten waren wieder mal begeistert von der schönen Form meiner Zähne. Man war voll des Lobes und konnte sich gar nicht sattsehen. „Guck mal hier, selbst der kleine Höcker auf Zahn Nummer soundso ist noch vollständig da. Da ist noch überhaupt nichts abgenutzt! Wie im Lehrbuch!“

Dazu passte dann aber auch, was meine Hausärztin mir anriet: „Sie dürfen beim Essen nicht so schlingen! Sie müssen mehr kauen!“

Man kann es halt nicht allen recht machen.

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Willkommen zum alljährlichen Termos-Taten-Silvesterorakel. Aber ich muss zugeben: Das Orakel ist träge. Es war ein langes und anstrengendes Jahr und ich bin in den letzten Stunden desselben nicht in der Verfassung, mit schwerem Blei zu hantieren. Ohne Orakelsprüche kann ich euch, meine lieben Leserinnen und Leser und Lieblingsmenschen, ja aber auch nicht in das Jahr 2020 entlassen. Also überlegte ich. Erneut kam mir in den Sinn, meine – mittlerweile fertiggestellte und ganz bestimmt von meiner hellsichtigen Kraft erfüllten – Doktorarbeit als Quelle für die Vorhersagung heranzuziehen.

Aber das wäre zu monothematisch, das kann ich euch nicht zumuten. Aber dabei kam mirjedoch ein anderer Gedanke. Ich habe zwangsläufig beim Erstellen dieses Machwerks sehr viel mit Büchern arbeiten müssen. Und so wurde mir klar, dass meine in den letzten Jahrzehnten entstandene Privatbibliothek natürlich auf Grundlage meiner mystischen Verbindung mit dem Kosmos kreiert wurde. Diese Bücher symbolisieren Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit und Paralleldimensionen und alternative Realitäten. Alles.

Also kriegt jeder von euch einen Buchtitel als Weissagungsspruch für das kommende Jahr. Die inhaltliche Bandbreite dieser Bücher ist groß. In der Sammlung sind zahlreiche Lach-, Sach-, Hach- und Fachbücher, schöne Literatur, nicht so schöne Literatur, Romane und Gedichte, Regelbücher und Spielmaterial in Buchform, Wissen der Feinde und Geheimnisse der Freude, Comics, Bilderbücher, Anleitungen, Kochbücher, Klassiker, Pulp, Quatsch und auch gewöhnlicher Ramsch. Eigentlich alles. Aber auch der Moment ist wichtig für dieses Orakel. Auch Bücher, die sich zwar nicht juristisch in meinem Besitz befinden, aber dennoch ihren Weg zu mir fanden und gerade in meiner Nähe weilen, flossen in die orakelige Büchersuppe ein, aus der ich löffelte. Der Kosmos ließ mich für euch schließlich in Trance und Kontemplation genau das Richtige für jeden aus dieser Gemengelage herauspicken.

Ihr wisst alle sicher am besten, was der Buchtitel (oder gelegentlich bestimmt auch das ganze Buch) für euch bedeutet. Vielleicht sofort, vielleicht im Laufe des Jahres. Des Spaßes wegen habe ich mir aber erlaubt, dem euch gewidmeten Buchtitel eine mehr oder weniger ausführliche Interpretationshilfe beizufügen. Aber mit Haftungsausschluss und ohne Gewähr.

Silvester-Orakel 2019

Nun denn: Ein gutes 2020 euch allen und allen anderen auch.

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Ich dachte mir, das alte Stück hier kann ich auch mal öffentlich machen hier. Die ursprügliche Fassung ist erschienen in dem Buch „Öllern“ (Wachholtz 2012).

Kien Kinnerstuuv

Dat wat en reinen Slumpslag, dat ik ut dat Eik kropen kweem. Dat harr ok allens heel anners lopen kunnt. So nau verklaren kann ik neet, hum ik daar Dank för seggen sull. Mag wesen, dat Helios de Dag en bietje wat dichter bi mien lüttje Nüst vörbi flegen was un neischiererg daar en Settje wielde. Man dat mag ok nettso wesen, dat de Kabauters deep binnen de Eer togang wassen un de Barg, waar dat Ei up legen dee, Füür un Ask speien leten. Liekvööl – Warmte umfaatde dat Ei un wook dat up, wat d’r binnen satt. Un dat was ik.

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Als eine Strategie, die Motivation der Studierenden langfristig auf einem hohen Niveau zu halten, wird immer wieder eine Gamification des Studiums diskutiert. Das trägt nun erste Früchte, wie ich gestern erleben durfte. Ich hörte einen Studenten über eine VWL-Klausur berichten, die was für Noobs sei. Man brauche keinen Skill und es würden sowieso alle cheaten. Die Makro-Klausur sei dagegen vollkommen IMBA.

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Man merkt, dass es mit großen Schritten aufs jüngste Gericht zugeht, wenn ein sportlicher Wettkampf zwischen den „Wilhelmshavener Buccaneers“ und den „Westersteder Wölfen“ als Ostfriesland-Derby bezeichnet werden muss.