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Heute war Gallimarkteröffnung. Standesgemäß, als Pressezar von Stiekelkamperfehn, nahm ich meinen Platz im Rathausgebäude hinterm Rednerpult ein, zwischen der ganzen lokalen Presse- und Politprominenz. War ganz lustig. Alles da. Boekhoff, Kellner, Hamer, Lücht und andere Wichtigtuer. Da passte ich genau hin. Ich halte mich nämlich auch für wichtig und quatsch gerne dummes Zeug.

Erschreckenderweise schien da keiner so recht unsere gute Ostfriesenhymne singen zu können. Oder die OZ hatte den Text auf den Handzetteln falsch abgedruckt (ich hatte natürlich keinen solchen, da ICH die Hymne ja kann). Jedenfalls schien da jeder was anderes zu singen. Peinlich. Aber lustig. Habe gleich 15 Sekunden dieses Gejaules mit meiner Kamera festgehalten. *dreckiges Lachen*

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Es ist doch immer wieder interessant, wie sich gewisse Klischees bestätigen. Heute mal wieder das des redseligen Friseurs. Breit gestreute Thematik: Sozialismus, Markwirtschaft, Gewerkschaften, die Fremdenlegion, Kaninchen und ein halber Mantel.

Also ich geh da gerne hin.

Die Haare hat er mir natürlich auch geschnitten.

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Kusinchen hatte Geburtstag. War nett. Habe beim Kaffeeklatsch eine Menge über Blasenentzündungen gelernt. Kann man lange drüber reden. Sehr lange. Muss ein Symptom den Altwerdens sein, wenn man ausdauernd über seine Krankheiten spricht. Ich glaube, ich bekomme Gicht.

Nach der Blasenentzündung war Alzheimer dran. Daran litt zum Glück keiner Anwesenden (außer er vergaß das zu erwähnen). Kann man auch noch mal sehr lange drüber reden.

Der Abend fand sein Ende in einer Partie „Wer wird Millionär“ gegen meine Tante. Dieses Computerspiel ist dermaßen billig, dass es schon wieder Spaß macht. Und billig, ey, da stehste doch drauf.

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Hat jemand heute die BILD gelesen? Ich auch nicht, aber ich habe das Titelblatt des Redaktionsexemplars gesehen:

WAR HITLER SCHWUL?

Wissen wir schon seit dem großen Führerbiographen Walter Moers…

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Was haben eine Engländerin und das Telefon am anderen Ende der Leitung gemeinsam? Keiner geht ran.

So lange wie heute habe ich noch nie sinnlos am Hörer gehangen. Erst bei der Arbeit. Niemand zuhause. Bestimm ne Stunde allerlei Numemrn angerufen – nix!

Dann hinterher. Wollte eine weibliche Begleitung finden, da ich Freikarten für einen Frauenfilm hatte. Da kann man als Mann ja nicht alleine rein. Aber nein: Nicht, dass keine Frau mit mir weggehen wollte (neien!), es war einfach nirgendwo jemand zuhause (und ich kenn‘ ne Menge Frauen). Nirgends.

Was blieb über? Meine Kusine. Die hatte zwar keine Lust, aber nix besseres zu tun.

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Tja, Termo schmeißt nu den Laden beim Sonntagsreport.

Auch der Abend war nett. Es ging diesmal um Bier und Stiefel und Ulis Liebhaber und andere Gerüchte. Nur Disco war nicht so toll. Da war für Asis heute freier Eintritt oder so.

Ansonsten wünsche ich allen einen schönen Tag der deutschen Einfältigkeit.

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Gestern Abend wieder mal D&D gespielt. Es ist unglaublich, wie die Kollegen zu später Stunde, ohne Langeweile und Alkohol auf die widerlichsten Ideen kommen. Ich möchte das hier nicht niederschreiben, aber es hatte etwas mit Zwergen und Pavianen und Kopulation zu tun.

Außerdem wurden mir heute die Augen geöffnet, so dass es mir nun vergönnt ist, die geheimen Zusammenhänge zwischen unserem Bundeskanzler, dem Prachtrosella meines Vaters und einem Aalräucherer in Ditzum zu erkennen.

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Was ein Tag wieder. Komme einmal kurz wieder nach Münster, um kurz vor Ablauf meines Semestertickets noch eben mein Rad nach Hause zu holen, und prompt läuft einem Dörthe über den Weg. Man sah sie nie, als man noch in Münster wohnte, aber wenn man kurz mal in der Gegend ist…

Außerdem mußte ich feststellen, dass meine Bundesbrüder sich in meiner Abwesenheit ein Makottchen zugelegt haben: Eine Laufente. Häßlich wie die Nacht, aber äußert lustig, rennt das Vieh durch den Garten.

Zu guter Letzt habe ich dann noch mein Rad die 20 Kilometer vom Bahnhof in Leer nach Hause gefahren. Bin ziemlich fertig. Aber was erwartet man, wenn man zwei jahre keinen Sport mehr getrieben hat? Man ist eben keine 20 mehr.

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Habe heute wieder mal eine gute Tat vollbracht. Auf einen Brief, der nach Frankreich ging, habe ich eine fette Sondermarke „50 Jahre deutsches Grundgesetz“ geklebt. Darauf stand in großen Lettern: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Vielleicht lernen die Franzosen da ja was von.

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Tja, nach Beendigung des heutigen Spieltages der 1. Fußballbundesliga war ich in unserer Tippgemeinschaft wieder mal deutlich besser platziert als alle selbsternannten Fußballspezialisten. Von den einzigen beiden, die halbwegs mit mir mithalten, ist der eine genauso unsportlich wie ich und der andere hat mindestens 40 Jahre länger Fußball-gucken-und-darüber-meckern-Erfahrung.

Wären da nur nicht diese Extratipps…

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Erstes Radioseminar gehabt. Bin platt und fertig und müde. Teilnehmerhaufen ist buntgemischt. Lehrer, Popen, Sozialarbeiter, Jazzmusiker… alles dabei.

War eigentlich ziemlich cool. Nur dass man mir am Schluss sagte, meine Moderationen würden zu unfreundlich und immer etwas sarkastisch wirken, fand ich nicht so nett.

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Jo. Netten Abend gemacht. Bei Ingar erst gespeist, dann Video geguckt. Brot und Spiele.

Was ist aus diesem Lande geworden? Schon beim Betreten des Hauses erteilte man mir Redeverbot. Außerdem zieht die Allgemeinheit mittlerweile Kaffee vor. Aber auf Helma ist Verlass, Helma hat mit mir Tee getrunken.

Zum Film. Die Wahl (nicht meine) fiel auf eine moderne Adaption von Shakespeares Hamlet, angesiedelt in New York. Kann man drüber steiten. Schöne Bilder, liebevolle Details, aber irgendwie passt der Stoff nicht in die Zeit. Außerdem hat man meine Lieblingsszene gestrichen („Ach, armer Yorick! – Ich kannte ihn gut. . .“) Hätte ich allerdings nach dem Film auch nur ein Wort der Kritik losgelassen, hätte man mich wohl in der Luft zerrissen und mir wieder penetrante Dauernörgelei unterstellt. Ich nörgel nicht, ich kritisisiere konstruktiv (höhö).

Apropos unterstellen. Ein interessantes Detail des Abends war, dass man mir quasi unterstellte, ich könne nicht Auto fahren (manche Frau verwechselt halt unkontrolliertes Heizen mit Können sowie das rudimentäre Halten an Verkehrsregeln mit Unvermögen, das Verschonen von Fußgängern gilt gar als faux pas). Weiterhin wollte man mir die Absicht unterjubeln, ich würde mich im Hause Abels nur bekochen lassen. Und Kuppelversuche wurden auch unternommen, diesmal war ich glücklicherweise nicht involviert. Dabei haben die Österreicher doch eigentlich bisher bewiesen, dass sie sich ganz alleine vermehren können.

Alles in allem habe ich mich also prächtig amüsiert.

Ach ja, bevor ichs vergesse: Habe mit Frerk eine Plan entwickelt, wie man rosa Schützenpanzer als Einkaufsmobile an Frauen verkaufen kann. Das Rosa gilt in diesem Falle als „Konsumtarn“, um die militärische Komponente nicht zu zerstören.

Hilko sagt, bei den WiWi’s in Emden gibts keine Schlipsträger.

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Merke: Wird man zu einer Party in einer „Zivi-Butze“ (6 Quadratmeter im Schwesternheim) eingeladen, hat man ein Gastgeschenk mitzubringen. Diese Sitte nutzt ein Teil der Gäste aus, um allerlei Müll in die Zivi-Bude zu schleppen, welcher von den Gastgebern auch noch dankend angenommen und in einer Schublade gehortet wird.

Weiterhin ist jedes Zivizimmer serienmäßig mit einem kleinen Bierkühlschrank und einer Bier-und-Knülze-Kasse ausgestattet. Für alle Fälle.

Außerdem habe ich nach Ewigkeiten Ingar wiedergetroffen, die wohl im Sommer in Österreich holländische Blagen bespaßt hat (oder so was). Und ne Österreicherin hat sie auch noch mitgebracht. Quasi als Andenken. Originell.

Und wenn man keine Gladiatorin aus ihr machen kann, dann wird sie eben den Löwen zum Fraß vorgeworfen.

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Studenten sind überall gleich. Sei es Münster, Hamburg, Heidelberg oder eben Emden. Bin heute mit Hilko kurz mal zur FH gefahren, weil er sich seinen Kram da mal angucken wollte und ich so ne dort untergebrachte Beratungsstelle frequentieren wollte.

Ergebnis: Hilko graust es jetzt schon vor etwaigen Kommilitonen. Gruppenführungen, die an uns vorbeitrabten, wo jeder sein eigenes kleines Namensschild an der Jacke hatte, eine FH-eigene Kinderkrippe und Bratzen mit alternativen Umhängetaschen in der Cafeteria verhießen nichts Gutes.

Weiterhin: Trotz einer ausgewiesenen Öffnugszeit von 10 bis 12 Uhr hatte das von mir gesuchte Büro bereits um 11.40 dicht. Unter einem akademischen Viertel hatte ich mir eigentlich was anderes vorgestellt.

Uns allen bleibt somit nur, Hilko zu seinem neuen Leben als Student und potentiellem Schlipsträger viel Spaß zu wünschen. Und herzliches Beileid.

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Mein Leben ist so interessant, dass ich mich hab dazu hinreissen lassen, meine Muter zum Geburtstag meiner Tante zu chauffieren. Das endet traditionell in einem Haufen angetrunkener Damen mittleren Alters, die gackern, tratschen und lästern.

So auch diesmal. Zum Glück haben mich meine Kusinen unterhalten. Die brachten dann so Sprüche wie „Ich bin anders als alle anderen. Ich bin so wie du und du und sie und….“

Und ohne mein Tässchen Tee hätte ich das Gelage wohl nicht überlebt. Aber immerhin bin ich nun um die Weisheit reicher (Zitat Mutter): „Käthe ist Käthe.“

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Deine eine Übeltäter von gestern Abend begrüßte mich heute mit „Nie wieder Korn“ und behauptet, von gestern nicht mehr viel zu wissen…

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Unglaublich! Unglaublich! So etwas von einem in den Sand gesetzten Abend habe ich seit dem Golfkrieg nicht mehr erlebt.

Das traurigste an der Sache ist: Wenn mal so einer der wenigen Abende anliegt, an denen ich nicht selber fahren muss, dann bereue ich es immer gleich. Am liebsten wäre ich nämlich stante pede wieder wieder nach Hause gefahren.

Wenn wir einfach mal so kleine Ärgernisse wie haufenwiese Scherben und einen umgekippten Bauwagen außen vor lassen, kommen wir immer noch auf eine besoffene aggressive Meute, die bei meinem Eintreffen schon einen derartig großen Vorsprung in Sachen Alkoholpegel hatte, dass ich mich (allein schon aus gesundem Selbsterhaltungstrieb) gar erst bemühte, aufzuholen.

Das führte allerdings dazu, dass man mir quasi Schläge androhte, falls ich ein Glas Korn verweigern sollte. Als dann Partyfässchen, Weizengläser und andere Kleinteile durch die Gegend flogen, zog ich es doch vor, mich in Neutrale Gegenden zurückzuziehen.

Also schließlich so gegen viertel nach 11 (!!!) der Gastgeber das Handtuch warf, verlief sich die Menge bald. Doch das Elend war noch nicht vorbei, weil zwei besoffene Säcke im Auto dafür sorgten, dass wir uns nicht langweilten.

Der eine ging dem anderen ständig an die Gurgel oder versuchte ihm anderweitig, ihm Gewalt anzutun, während das Opfer nicht müde wurde, seinen Peiniger zu provozieren. Als wir sie dann auseinandersetzten (wie in der Grundschule), säuselte der eine den ganzen Rest der Fahrt „Hannes ist tot. Hannes ist tot. Hannes ist tot…“

Alles in allem: Ein paar graue Haare mehr, ein weiteres Wochenende, das besser aus dem Gedächtnis zu streichen und die Erkenntnis, dass sich ein Haufen selbsternannter Erwachsener auch noch so benehmen kann, als würde er zum ersten Mal an einer Flasche Schnaps riechen dürfen.

Und genau diese Flasche Schnaps hau ich mir jetzt alleine mitten in der Nacht vorm Fernseher hinter die Binde! So! Das habt ihr nun davon!

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Zwei Kollegen von mir haben das allseits beliebte Spiel „Meiern“ neu erfunden. Man spielt zu zweit, der eine glaubt dem anderen jede Zahl, der andere glaubt dem anderen einfach nix. Und wenn man falsch liegt, muss man an einer Bierflasche nuckeln. Das ganze wird gar nier durch ständige gegenseitige Beschimpfungen vom Kaliber „Du Bauer!“ und „Du hast ja schon vorm Finanzamt geheult!“

Aber die Bierflasche wurde und wurde nicht leer…

Doch die Krönung des Abends war, dass wir beobachten durften, wie ein Genosse unsanft aus einer Disco befördert wurde, weil er während der discoeigenen Schweigeminute „bin Laden! bin Laden!“ gerufen hatte.

Humor ist auch nicht mehr das, was es einmal war.